Guatapé
Dieses kleine Städtchen liegt zwei Stunden östlich von Medellín und wurde mir von einer Mitbewohnerin in Buenos Aires empfohlen. Die meisten Traveller machen nur einen Tagesausflug dorthin, aber ich habe in dem ersten Hostel in Medellín tatsächlich ein paar Leute gefunden, mit denen ich zusammen nach Guatapé gefahren bin. 🙂 Also sind wir alle zusammen zum Busbahnhof gefahren und sind 10 Minuten später im nächsten Bus gesessen. Die Busse sind ziemlich klein, mit vielleicht 30 Sitzen, aber sie fahren alle 20 Minuten und zwischendurch werden immer wieder Leute mitgenommen, die dann eben stehen müssen. Das sind schon eher solche Busse, wie man sie sich vorstellt in Südamerika; mit Maria-Bildchen am Fenster, quietschenden Bremsen und ein paar provisorischen Sitzen direkt am Eingang.

Aber als wir in unserem Hostel ankamen, wurden wir erstmal von einer wunderschönen Aussicht überwältigt, weil es ein bisschen höher und direkt am See liegt! Es war auch schön bepflanzt, hatte eine schöne Terasse und war direkt neben dem berühmten Berg El Peñol.
Da mussten wir direkt mal in den See springen und konnten so zum Glück das gute Wetter ausnutzen! Es war herrlich!!

Als wir dann abends zu El Peñol laufen wollten, um von oben den Sonnenuntergang zu sehen, haben wir erfahren, dass die Aussichtsplattform gesperrt ist, weil keine Steuern gezahlt wurden… Wir sind trotzdem hingelaufen und hatten eine ganz passable Aussicht vom Fuß des Berges, aber es war schon enttäuschend.

Aber das Gute ist ja, dass wir uns 700 Stufen gespart haben und der Sonnenuntergang war wegen den Wolken sowieso nicht zu sehen. Also haben wir uns entschieden am nächsten Tag eine 4-stündige Wanderung von Guatapé aus zu einem anderen Viewpoint zu machen. Das heißt, wir sind früh aufgestanden, hatten ein lecker Frühstück von Doña Leti, sind mit dem Bus ins Städtchen gefahren und sind losgelaufen. Zum Glück hatte Jan mapsme und ein bisschen Orientierungssinn! Als wir dann aus der Stadt rausgelaufen sind, hatten wir auf einmal Begleitung von drei Straßenhunden, die uns mutig vor Pferden, Kühen und anderen Hunden beschützt haben (was nicht immer so lustig war, wenn dich 3 Hunde vor 5 Bullen beschützen wollen, durch dessen Weide du gerade läufst…).
Nach einer halben Stunde durchs Dorf, über Wiesen und Trampelpfade ging es dann tatsächlich bergauf und wir (oder zumindest ich) kamen ziemlich außer Atem… die Pfade wurden aber immer steiler, enger, mit mehr Geröll und die Vegetation hat sich gefühlt auch alle halbe Stunde geändert. So sind wir zuerst durch eine kleine canyonartige Schlucht gelaufen und später waren wir von moosbewachsenen Hängen und Farnen umgeben.

Ich war ziemlich froh, als wir dann oben angekommen sind und es hat sich auch wirklich gelohnt! Wir hatten nämlich nicht nur eine tolle Sicht auf den ganzen See, sondern hatten ein Panorama mit den Bergen, dem See und dem schönen Felsen in der Mitte. Es war unglaublich dort oben zu stehen, den steinigen Weg hinter sich und so eine wunderschöne Landschaft vor sich!

Der Rückweg ging dann über einen normalen Kiesweg und an der Straße entlang, weil das anscheinend kürzer war (, aber weniger schön!). An der Straße suchten wir dann eine Mitfahrgelegenheit, aber niemand wollte wohl 4 Touris mitnehmen, die auch noch 2 Hunde dabei hatten (ja, wer aufgepasst hat – ein Hund ist uns irgendwann verloren gegangen).
Es war dann zwar gar nicht so weit bis nach Guatapé, aber wir waren alle geschafft und hungrig, sodass Max schon an der Hauptstraße sehnlichst jedem Barbecue-Restaurant nachgeschaut hat. Wir sind aber Jan gefolgt, der uns ins kleine Zentrum zur Kirche geführt hat, wo es ein kleines, supertolles veganes Restaurant gab, das ihm empfohlen wurde. Es war ein richtig cooler Laden mit bemalten Wänden, guter 90er-Musik und 3 witzigen Typen hinter dem Tresen. Wir hatten Salat, Falafel, Burger oder Wrap und konnten so viel Salsas nehmen, wie wir wollten (davon gab es auch eine ganze Auswahl)!

Danach waren wir alle satt und satisfied! So sehr, dass wir gemütlich zwei Tuctucs zum Hostel genommen haben.😊 Dort hatten wir noch ein bisschen Zeit am See, bevor Jan und Max dann gegangen sind.
Floor und ich haben den Abend noch am See und auf der Terasse verbracht, so wie den restlichen zweiten Tag eigentlich auch. An dem Tag haben wir uns auch eine witzige Mahlzeit aus Tomatenspaghetti mit Karottenrohkost und Patacones (frittierte Kochbananen) gekocht, aber es war echt lecker!
Ich musste dann leider wieder zurück nach Medellín, weil ich am Freitag ein Treffen mit Didi hatte, aber das ist eine andere Geschichte. Witzigerweise bin ich grade auf dem Weg nach Jardín, wo ich Floor und Max wiedertreffen werde.😊
Auf eine weitere Wanderung💪🥾 und noch andere Geschichten💫😄