So, dann melde ich mich mal wieder nach einiger Zeit. Und ja, die Latinos ticken auch aus wegen des Coronavirus, deswegen waren die letzten 2/3 Wochen ein bisschen chaotisch, aber darüber will ich ja gar nicht schreiben.
Ich habe in dieser Zeit eine ganz tolle Freundin gefunden, sodass wir das ganze zusammen durchgestanden sind und wir hatten ein paar nette Leute um uns, die uns immer wieder geholfen haben. Letztlich sind wir dann vom Landesinneren Panamas nach Panama-Stadt gekommen, um irgendwo anders hinzufliegen. Und, da Mexiko so ziemlich das Einzige Land ist, das noch Ausländer hereinlässt und Flüge nach Europa hat, sind wir nun hier in Cancun, auf der Halbinsel Yucatan.
Und gestern haben wir eine super 4-in-1-Tour gemacht, die uns zu vier schönen Orten an nur einem Tag gebracht hat! Es war natürlich anstrengend, wir mussten früh aufstehen und verbrachten einige Zeit im Bus, aber es hat uns sehr gut gefallen und man weiß ja nie, wann die ganzen touristischen Orte schließen… Außerdem haben wir ein paar freundliche Mexikaner kennengelernt und wunderschöne Ruinen, Pyramiden und Strände gesehen!
Zuerst ging es nach Tulum (archäologischer Nationalpark und gleichnahmige Stadt), wo sich eine alte Maya-Stadt befindet mit Namen Zamá. Dieser bedeutet Sonnenaufgang und „Tulum“ bedeutet Mauer in der Sprache der Maya, was sich auf die Ummauerung nach allen vier Himmelsrichtungen bezieht. Es sind noch einigermaßen gut erhaltene Ruinen, vor allem der große Tempel in der Mitte sieht noch imposant aus.
Die Zeit war aber ganz schön knapp, weil man ja von Allem Bilder machen muss und dann gibt es noch einen wunderschönen Strand! Naja, aber es war auch ganz schön voll, also war es tatsächlich besser nur eine Stunde dort zu verbringen und zum Schluss mussten wir uns ganz schön beeilen, rechtzeitig zum Bus zu kommen! Emilie hatte morgends dann auch noch eine kleine Puppe gesehen, die sie eigentlich noch für ihre neugeborene Nichte kaufen wollte. Ich war froh, als wir daran vorübergeeilt sind und sie nicht in den Laden gegangen ist. Dann haben wir aber ein älteres, langsames Pärchen aus unserer Gruppe überholt und sie meinte, sie kann es doch noch schnell kaufen, weil niemand in den Laden ist, und dann kann sie doch sprinten. Also drehte sie um (ufffff)….. und kam 30 Sekunden später mit einem jungen Pärchen angerannt. Sie haben gesagt „Nein, Nein, geh nicht“ und da war ich auch ganz froh drüber.
Weiter ging es nach Coba, aber erstmal die Bilder von Zamá:
Auf dem Weg nach Coba gab es noch Essen in einem kleinen Dörfchen, in dem anscheinend Menschen noch so leben wie die Maya früher, aber davon hat man fast nichts gesehen. Wir wurden zwar von einem Schamanen empfangen, der uns eingeräuchert hat und ein Gebet oder Lied für uns gesingsangt hat (ja, das Wort existiert), aber das war auch extra für die Touris arrangiert worden. Danach sollten wir alle im Souvenirladen alle was kaufen, weil es anscheinend die Indigenen unterstützt. Aber naja, es war ja eine Touri-Tour und wir sind ja irgendwie auch Touris, die Souvenirs kaufen wollen.
In Coba angekommen, wurden wir vor die Wahl gestellt: Zur Pyramide laufen, mit dem Fahrrad fahren oder ein Coba-Uber (in einer Rikscha). Wir entschieden uns für die guten alten Fahrräder und es war richtig cool nach 5 Monaten mal wieder Fahrrad zu fahren!! Auch wenn ich da drauf saß wie Affe aufm Schleifstein und es keine Gänge gab, war es richtig toll so schnell voranzukommen und durch den Dschungel zu cruisen 😊
In 10 Minuten (mit Absteigen und ein paar Fotos machen) waren wir an der größten Pyramide namens Nohoch Mul angelangt und staunten nicht schlecht über die 42 Meter Höhe! Leute liefen, kletterten und krochen die Treppen hoch und wieder runter. Natürlich wurden auch fleißig gegenseitig Bilder gemacht und neue Posen gesucht. So schlossen wir uns der Menge an, schossen Fotos und erklommen die 120 Treppenstufen der Maya-Pyramide.
Wir waren dann sogar so schnell, dass wir eine der ersten im Bus waren. Dann hatten wir aber die Möglichkeit, einen netten Mexikaner aus Guadalajara kennenzulernen und später dann noch eine süße Familie, die uns immer Kekse anbat. Auf dem Weg zum nächsten Stopp redeten wir dann also ein bisschen mit unseren Sitznachbarn und freuten uns auf die Abkühlung im Cenote, einem natürlichen unterirdischen Pool.
So ein schönes Naturgebilde kann man leider nur schwer fotografieren, also lieber ein Bild von uns zwei
Dort war es auch ziemlich voll, diesmal mit wasserliebenden, sich an Schwimmwesten und Seilen klammernden, meist mexikanischen Touris, also zogen wir uns zu einer Seite der Höhle zurück, an der schon ein Russe aus unserer Gruppe in einer Nische saß. Wir kannten ihn schon vom gegenseitigen Bilder machen, aber dann fingen wir auch an zu reden und gingen dann auch zusammen zum Bus, als es Zeit wurde.
Also hatte sich aus uns jüngeren „Solo“-Travellern eine kleine Gruppe gebildet, mit der wir dann im Bus plauderten und in den kurzen 40 Minuten Playa de Carmen zu erkunden. Das ist eine kleine Touristadt mit Strand und einer Shoppingstraße parallel dazu, wo man vor allem Souvenirshops, amerikanische Läden, teure Hutläden und Restaurants findet. Der nette Mexikaner Juan Carlos spendierte uns dann eine Mango mit Miguelito (wie Chilli ohne Brennen) und wir eilten mal wieder zum Bus zurück.
Am Ende des Tages waren, glaube ich, dann auch alle ziemlich geschafftund vor allem hungrig! Wir wurde dann so gegen halb 10 an dem Hotel in der Nähe unseres Hostels herausgelassen und es stellte sich heraus, dass Juan Carlos in derselben Gegend wohnt. Also sind wir noch zusammen ein paar Quesadillas und Tacos essen gegangen und haben den Tag mit ein paar netten Gesprächen ausklingen lassen.
Ja, ihr habt es richtig gelesen! Der Grund, warum wir auf dem Bild so glücklich jubeln und lachen, ist, dass wir überlebt haben. Nicht, weil wir an einem superschönen Strand sind. Nicht, weil wir endlich in Panama angekommen sind. Und auch nicht, weil wir ein tolles Gruppenbild wollten. Nein, das wird alles nebensächlich, wenn man um sein Leben fürchtet.
Okay Spaß beiseite… zuerstmal die Fakten: Ich war die letzten paar Tage vom 3.3. bis zum 8.3. auf einer Segeltour von Cartagena, Kolumbien nach Panama City über die San Blas Inseln. Das Ganze konnte ich über Bluesailing buchen und auch bezahlen, die netten Bürotanten haben mir Geld gewechselt und Fragen beantwortet. Den letzten Tag in Cartagena konnte ich dann noch mit einem witzigen Skypetelfonat mit meinen Eltern verbringen bevor ich ein Taxi zum Hafen in Manga, Cartagena nahm. Dort habe ich unseren Captain Tashin erstmal auf spanisch amgesprochen, worauf er nur überfordert „Vanett?“ geantwortet hat. Wir haben dann auf Englisch gewechselt, das hat besser geklappt.
Es war noch ein bisschen Zeit und noch nicht alle waren da, sodass ich meinen Backpack auf den großen Haufen warf und mich zu den Anderen setzte. Es waren aber zwei Gruppen und als die Partygruppe der Santana dann weg war, gesellte ich mich zu meiner eigentlichen Gruppe, die schon fleißig von ihren 9- bis 18-monatigen Reisen berichteten. Dann kam noch ein junger Typ zu uns, der schon versucht hatte bei der Santana mitzugehen, um dann zu merken, dass es das falsche Boot ist – Fredrik aus Schweden.
Als die Polizei dann kam, gingen wir alle zum Schiff, das wunderschön vor der Skyline Cartagenas lag, hinter der glutrot die Sonne unterging.
Die zwei Polizisten schauten dann ernsthaft die ganzen 9 Backpacks durch, packten alles aus, machten jedes noch so kleine Täschchen auf und ließen alles genau so liegen wie sie es ausgepackt hatten. Danke. Es war ein ziemlicher Witz, weil man trotzdem locker kleine Drogenpäckchen hätte verstecken können, aber gut. Nach dieser superwichtigen Kontrolle ging es dann zum ersten Mal, bitte ohne Schuhe, aufs Schiff.
Bei meinen weißen Zahnputztabletten hat er tatsächlich ein bisschen ratlos geschaut, aber fragen wird dann doch überbewertet.
Der erste Schritt auf das Boot ist immer ein bisschen unsicher und zuerst ist man ein bisschen unsicher auf den Beinen, aber wir haben uns dann gleich in die Lounge zum Kapitän gesetzt, um der Sicherheitseinführung zu lauschen. Dabei machten wir Bekanntschaft mit 4 englischen Rentnern, die schon auf 9 Uhr morgends aufs Boot bestellt worden waren und somit den ganzen Tag schon auf die Abreise warteten. Dann wurden uns die Räume gezeigt und ich war mit Livia und Mario aus der Schweiz und Fredrik aus Schweden im 4er Zimmer, wobei es eigentlich ein Doppelzimmer ist, an dessen Seiten noch zwei Holzgestelle angebracht wurden. Ich war mit Fredrik und Patrick (aus Deutschland) dann beim Italiener essen und einkaufen. Wir drei Singles haben uns zum Glück zusammengetan, so mussten wir nicht alleine sein und konnten uns schon nen bisschen kennenlernen. Witzigerweise hatte die Apotheke im Supermarkt dann schon zu und ich konnte mir keine Tabletten gegen Seekrankheit mehr kaufen, wo der Capi doch meinte, wir sollen sie unbedingt präventiv nehmen! Aber ich bin da ja nicht so empfindlich…
Nach einem Drink in der Hafenbar (und 1.000 Pesos zu wenig übrig für meine Limonade upsi…) gingen wir so gegen 23 Uhr alle aufs Schiff und machten uns bereit für die erste Nacht auf dem Schiff. Frederik und ich hatten in unseren Betten so ca. 10 cm Platz bis zur Decke, also war die Sorge nicht das Schaukeln, sondern eher Klaustrophobie-Anfälle. Es war eine ziemlich unruhige Nacht und am nächsten Morgen fuhren wir um 5 Uhr los, sodass wir von Fußtrampeln und gerufenen Anweisungen zum Sonnenaufgang geweckt wurden.
Noch lange konnten wir Cartagena, die Städte, das Festland sehen bis wir dann wirklich auf offenem Meer fuhren. Jeder versuchte sich ein Stückchen Schatten zu suchen, um der brennenden Sonne auszuweichen. Es wurde gelesen, Musik gehört, geredet, gesonnt, den Wellen gelauscht und zugeschaut. So langsam gewöhnten sich alle an das ständige Schaukeln und ans Laufen auf Deck. Und wir waren alle noch voller Freude auf den Super-Segel-Inseltrip.
Genauso unspektakulär ging es die nächsten 50 Stunden Stück für Stück näher zu den San Blas-Inseln. Morgends gab es Granola (Müsli) mit Frucht und (Hafer-)Milch. Mittags gab es einmal Nudelsalat und dann Sandwiches ubd abends bekamen wir einmal Wraps und am zweiten Abend wurde jedem eine sehr einfache Suppe aus Kartoffeln, Erbsen und Reis vorgesetzt, was dann der Moment war, als alle ein wenig komisch schauten. Eigentlich war es ein ganz gutes Essen, weil Einige schon seekrank waren und dich den Tag über zusammenreißen mussten und der Seegang war rauer geworden, aber es war für Jeden gerade so eine Schüssel, was bei Weitem nicht genug war. Cat (aus Holland) wollte nach unten gehen, um nach mehr zu fragen, aber es gab nicht mehr. Da flippte Andy (einer der englischen Gesellschaft) aus, stürmte unter Deck und brüllte „I’m starving“ und beschwerte sich über das Essen. Sammy (die Ersatz-Köchin, da Thasins Frau auf die kranke Katze aufpassen musste) war sichtlich überfordert und, nachdem der capi eingriff, gab es dann noch ein paar Sandwiches als zweiten Gang. Am Tag drauf wurde uns erzählt, dass Sammy seekrank war und es niemandem erzählt hat und deswegen beim Suppekochen nicht wirklich bei der Sache war. Unangenehme Situation.
Auf unserer Reise begleiteten uns aber auch ein paar Delfine, machten schöne Kunststücke für uns und sprangen mal gleichzeitig, mal hintereinander aus dem Wasser. Es war wirklich, als ob sie uns besuchen wollten, uns für ein Stück begleiten und eine Show abziehen wollten – so süß!! Außerdem sahen wir fliegende Fische und angelten einen riesigen Schwertfisch!
Am Morgen darauf erreichten wir endlich die San Blas Inseln und es war herrlich! Eigentlich sieht man gar keine Inseln, sondern eine Ansammlung von Palmen mitten im Wasser und einen weißen Streifen Sand drumherum.
Die Gemüter wurden dann auch aufgehellt, als es ein warmes Mittagessen am Tisch gab (sonst war es immer nur auf der Hand). Klassische Spaghetti Bolognese oder Pesto. Das schweizer Pärchen fragte sich dann so langsam, wo ihr ganzes Geld hingeflossen ist, aber wenigstens waren wir mal satt. Dann verließ unser Mechaniker Richard das Boot und es stellte sich heraus, dass er seine Frau besuchte, die er 15 Tage nicht mehr gesehen hatte und die gerade auch in der Nähe der Insel war. Also lernten wir auch Richards Frau kennen und die Beiden brachten uns in zwei Schlauchbooten zur kleinen Insel. Es war schön, mal wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, vor allem wenn es so schöner Sand ist. Die Insel war zwar sehr klein, aber deshalb auch sehr süß und wir waren ja alleine dort. Ich habe erstmal einen Rundgang gemacht, der keine 5 Minuten dauert, hätte ich nicht so viele Fotostopps eingelegt. Währenddessen wurde Volleyball gespielt, ein Dronenfoto von der Insel gemacht dank unseres Fotografen Nick und natürlich Bier getrunken.
Es war ein richtig schöner Tag, an dem auch das tolle Gruppenbild entstanden ist und Sammy wollte quch noch extra ein Bild mit den girls, wofür ich extra nochmal zum Strand gerufen wurde, was ich schlauerweise aber erst nach 10 Versuchen gerafft habe…
Wir saßen dann alle um den großen Tisch und haben erzählt, getrunken, gelesen und genossen. Capi hat sich dann auch irgendwann zu uns gesellt und uns spannende Geschichten erzählt. Der Rest der Crew hat den selbstgefangenen Fisch gegrillt und das Essen vorbereitet, das dann feierlich verspeist wurde, weil es die erste richtige Mahlzeit seit Tagen war. Es war Sammy und den anderen aber sehr gut gelungen!
Nach ein paar Gläsern Rum und Geschichten von Seiten Capis mehr war es dann aber dunkel und kalt genug, um wieder aufs Schiff zu gehen und Richard manövrierte uns alle sicher und gekonnt zum Segler, wo wir noch ein bisschen auf der Lounge beisammensaßen. Capi gab dann noch zum Besten, dass er früher doch 40 Meter tief getaucht ist ohne Ausrüstung und bis zu 4 Minuten seine Luft anhalten konnte! Leider ist dadurch jetzt sein Ohr fast taub, aber als Junge hat er halt schon verrückte Sachen gemacht. Heute würde er nur noch 20 Meter tief tauchen. Als wir dann ins Bett gingen, verabschiedete er sich noch herzallerliebst von jedem und meinte zu mir, dass er so froh wäre, mich kennengelernt zu haben. Da bin ich doch glatt dahingeschmolzen…
Im Zimmer konnten wir noch ein bisschen drüber lachen und, als wir es geschafft hatten, in unsere Betten zu klettern, gab es endlich mal wieder eine ruhigere Nacht.
Der letzte Tag war der Erlebnisreichste. Morgends tuckerten wir zur nächsten Insel bzw zu einem Inselpärchen, auf dem wir den ganzen Tag verbringen sollten. Es wurden natürlich fleißig Bilder geschossen!
Die Insel war natürlich genau schön und himmlisch wie die Erste, aber größer und langgezogener mit Korallenriffen ganz nah am Strand und zwei aufgeschlossenen Einheimischen. Also ging es wieder auf Fotorundgang. Louise war so nett und hat ein Foto von mir genommen, aber ich hätte vielleicht eher auf Cat’s Angebot zurückkommen sollen.
Lächellln!
Ich hab mich dann doch nicht getraut, einmal ganz außen rumzulaufen und bin wieder zurückgelaufen, um ein erfrischendes Meerbad zu nehmen. Cat und Tom haben die Insel umrundet und kamen deshalb oder aus anderen Gründen zu spät zum Mittagessen… Es gab leckeren Kokosreis, Gemüsepfanne und Salat. Leider saß ich zu lange mit den Jungs am Tisch, sodass die Hängematten schon belegt waren, aber ich hab mich dann zum süßen Hundi gesetzt und musste danach glatt nochmal schwimmen gehen, weil ich so vollgesandelt war. 😁
Der schönste Urlaubstraum ist doch eigentlich aber im hellen Sand am Meer zu sitzen mit einem Buch in der Hand, die Sonne geht so langsam unter und die Temperatur ist gerade perfekt angenehm. Und ja, diesen Traum habe ich dann gelebt an ein Stück Treibholz gelehnt, gefühlt sie Einzige auf der Insel. Ja, okay, ich hatte kein Buch, sondern den Kindle, aber das ist doch viel geschickter, wenn man beim Umblättern dann nur noch einen Finger braucht.
Um die Snackzeit saßen dann alle noch ein bisschen zusammen, die Jungs haben Backgammon gespielt und geübt, aber Fredrik war ungeschlagen, obwohl es sein erster Spieltag war! Manche sagen, es sei Anfängerglück gewesen… Die Hängematten waren tatsächlich gar nicht so gemütlich wie sie aussahen, aber es ließ sich aushalten und ich verbrachte gar nicht so viel Zeit dort, weil es bald Abendessen geben sollte.
Es sammelten sich dann alle wieder am Tisch, aber chino und Smamy waren noch das Essen auf dem Boot vorbereiten oder mussten noch etwas holen und brauchten länger als gewöhnlich. Ich hatte dann eine sehr intensive Diskussion mit unserem schon leicht angetrunkenen Mechaniker Richard, der mich von der Notwendigkeit des Fleischessens überzeugen wollte und mir gleichzeitig aber seine Akzeptanz vermitteln wollte. Als Sammy dann endlich mit dem Essen kam, war sie komischerweise außer Atem und die Beiden (+ chino) waren gar nicht gut drauf. Wie sich herausstellte waren sie in dem Korallenriff steckengeblieben, das fast die ganze Insel umgibt und dessen Durchgang man kennen muss. Die zwei waren also gezwungen auf den Korallen durchs Wasser zu laufen und das Schlauchboot hinter sich herzuziehen, wobei sie schon ziemlich weit zum hinteren Ende abgedriftet waren. Das tat mir richtig Leid, weil Sammy auch ganz schön aufgelöst und Chino sehr schlechter Laune war, aber sie haben dann doch noch das Essen fertig bereitet und aufgetischt. Es war schon wieder sehr lecker, auch wenn das Fleisch vom einheimischen Grillmeister noch fast roh war und alles eher nacheinander gegessen wurde als zusammen…
Das versprochene Lagerfeuer gab es dann tatsächlich noch! (Nicht so die Schnorcheltour und den Spaziergang auf die andere Insel…) Nach anfänglichen Schwierigkeiten wegen des 5-Tropfen-Regens zuvor und dadurch nassem Brennmaterial hatten sir ein schönes, großes Lagerfeuer, das Sammy mit Freuden ständig fütterte und groß hielt. Das war die perfekte Stimmung für ein verfrühtes Happy-Birthday-Ständchen für Cat und Andy, die am nächsten und übernächsten Tag Geburtstag hatten und dafür etwas Gebackenes von Sammy bekamen.
Dann fing der Abend aber erst richtig an. Es gab schöne Gespräche, lustige Witze und knisterndes Feuer. Der Kapitän kam irgendwann angetorkelt und gesellte sich zu uns ans Feuer bevor er dann zum Boot wollte, ums seinen Suff auszuschlafen. Anscheinend ist er davor noch kopfüber ins Wasser gefallen, aber das hab ich nur aus zweiter Hand erfahren, vorstellbar wäre es. Richard brachte also capi zum Boot und kam zurück, als unseren englischen, älteren Freunde auch entschieden, zu Bett zu gehen. Also ab ins Boot und raus aufs Meer. Irgendwie brauchten sie ganz schön lange und man sah auch immer wieder eine Taschenlampe ein Stück entfernt aufleuchten. Ich dachte ja, es wäre Richard, der beim Zurückfahren Probleme hat. In Wahrheit waren aber noch alle im Boot, also auch unsere Engländer und Chino zusätzlich. Sie steckten in den Korallen fest.
Tückische Korallen…
Als sie dann endlich zurück waren auf der Insel, waren vor allem Penny und Louise ziemlich geschockt! Außerdem hatte Chino sich beim Rausziehen den Knöcheln umgeknickt oder verstaucht und kam humpelnd und stöhnend den Strand hochgelaufen. Weil Richard nur lachte, sich ein Bier und ne Zigarette holte, musste sich Cat, die sich einigermaßen mit sowas auskannte und die Erste war, die so schnell wie möglich helfen wollte, um den leidenden Chino kümmern. Sammy kam dann auch hergeeilt, man konnte aber wenig machen und so machte sie sich lieber daran, uns ein Boot zum Schiff zu organisieren, Richard zu beschimpfen und Chino zu beruhigen.
An dieser Katastrophe konnte dann auch das schöne Lagerfeuer nichts mehr retten. Alle standen flüsternd und raunend um den Tisch, an dem Cat herauszufinden versuchte, ob Chino sich etwas gebrochen hatte. Alle waren etwas betreten, verängstigt oder regten sich auf und wir rechneten schon damit, auf der Insel schlafen zu müssen, weil niemand mit Richard zum Boot fahren wollte. Sammy konnte dann aber die zwei Einheimischen (, die auch schon ein bisschen Rum intus hatten,) überreden, uns mit ihrem Holzkanu zum Boot zu fahren bzw. zuerst den Verletzten und zwei starke Männer, die ihm beim Laufen und aufs Boot Kommen helfen konnten. Ich war dann in der zweiten Fuhre schon dabei und fand es schon etwas komisch, als der Fahrer erstmal Wasser aus dem Kanu schöpfen musste bevor wir einstiegen. Aber das war ja der einzige Weg, also stiegen 4 von uns ein, darunter Cat, die nun wirklich Geburtstag hatte, der aber eher enttäuschend anfing. Um Punkt 12 war ihr Freund mit Chino auf dem Boot und 4 von uns sangen ihr leise nochmal ein Lied und gratulierten ihr, aber sie hätte mehr verdient!
Wir saßen oder knieten also in diesem Kanu ohne Sitzbänke und der betrunkenere Einheimische startete den Motor, der Andere saß vorne und leuchtete ins Wasser, um uns durch die Korallen (Achtung, schwieriges Wort!) durchzumanövrieren. Das schaffte er auch ganz gut, nur leider war dieses Kanu ziemlich undicht und nach und nach kam immer mehr Wasser rein. Cat, die vorne auf einem Stück Holz saß, hatte dann schnell einen nassen Po und wir waren froh, als das Segelschiff endlich in Sichtnähe kam (es hatte nämlich kein Licht an, wie alle anderen Schiffe drumherum, sondern lag dunkel und schwer erkennbar im Wasser). Unser Fahrer hatte aber so ein Geschick, dass er uns zuerst am Boot vorbeilenkte und dann auf die falsche Seite vom Schiff, an der die beiden Begleiter von Chino aber zum Glück ein Seil warfen und uns so zur Leiter zogen… Bis dahin war Cat dann vollkommen nass und als ich vor ihr ausstieg und die blöden Tauchflossen aus dem Wasser zog, bekam sie von mir auch noch eine kleine Gesichtsdusche… was will man lieber an so einem schönen Geburtstag!
Wir waren alle sichtlich froh wieder auf dem Schiff zu sein. Aber noch glücklicher waren wir dann am nächsten Tag, als wir endlich in Panama einreisten und Festland unter den Füßen hatten!!
Der Captain hat sich nicht entschuldigt, sondern uns nur verspätet auf die Einreise-Insel gebracht, wo wir alle zum Zollbüro mussten und an der Tür vorbeigehen mussten, damit wir den Einreisestempel und unsere Pässe wiederbekamen… beste Einreisekontrolle ever. Nach dem Essen sprachen Louise und Andy den Kapitän dann auf die letzte Nacht an und er winkte sie etwas weiter weg, wo er sich anscheinend entschuldigte, aber auch meinte, dass solche Dinge eben passieren und wir sollten uns nicht entschuldigen, wir hätten ja überlebt (we survived!). Und zur Not hätte man doch auch zum Boot schwimmen können (ja, stimmt, sind ja nur 800 Meter im Dunkeln ohne Wegweisung gegen die Strömung).
Tom stellte sich dann noch die schöne Rezension „well, we survived“ vor und da mussten wir dann doch alle lachen. Kein Zweifel, es war eine unvergessliche Erinnerung, ich bin auf offenem Meer „gesegelt“ und habe wunderschöne Inseln und Strände gesehen. Unsere Gruppe war das Beste an dem Trip und in ein paar Jahren werden wir alle noch mehr darüber lachen!
Nach unserem ganz schön anstrengenden und abenteuerreichen Hiking Trek zur Lost City brauchten Sarah und ich erstmal Entspannung! Als wir in Santa Marta ankamen, mussten wir uns aber erstmal ein Hostel suchen, auspacken, waschen, umpacken, duschen (!!!) und das Nicht-Wandern genießen. Natürlich haben wir das bei einem lecker Cocktail am Meer gemacht.
Der Hafen ist eben eher so semi-romantisch, aber der Kellner oder Barinhaber war sehr witzig bzw. tanzfreudig und wir hatten wieder mal ein bisschen Zeit zu zweit zum Reden. 🙂
Am nächsten Tag hat es uns dann also doch an den Strand gezogen und zwar an den Playa de Rodadero, an den wir mit dem Bus gefahren sind und uns dann in den „Schatten“unter die Palmen legten. Wir wollten ja nicht wie alle Touris sein, die sich unter diese Plastikzelte in Plastikstühle flezen… Dadurch mussten wir zwar immer wieder wandern und sind auch nur abwechselnd ins Wasser gegangen aus Angst um unsere Wertsachen, aber es kamen wenigstens nicht so viele Verkäufer vorbei und es hat sich natürlicher angefühlt (, auch wenn wir fast neben der Straße lagen…).
Wie die Tauben auf der Stange….
Da Santa Marta dann aber doch nicht soo schön ist uns Sarah das beste Hostel an der Karibikküste gefunden hat, ging es am nächsten Tag mit den vollen Taschen im Bus nach Palomino, einem kleinen Dörfchen mit gefühlt nur zwei Straßen und seehr vielen Touranbietern. Also stiegen wir an der Hauptstraße aus und liefen die Staubstraße herunter Richtung Strand, von dem das Hostel nur ca. 100 Meter entfernt lag!! Wir wurden durch einen sehr süßen Rezeptionist begrüßt und in unser Zimmer geleitet, das 8 Betten und 3 laute Ventilatoren hatte, aber die Betten waren ganz gut und eine Hängematte gab es auch! Dann haben wir uns erstmal auf eine Lounge gelegt und haben nichts gemacht! Sooo schön 😉 Naja, tatsächlich haben wir gelesen und den Blogeintrag von der Lost City geschrieben, aber mit minimalem Kraftaufwand… Eine Abkühlung im Pool gab es auch und abends sind wir noch am Meer langgelaufen, um den Sonnenuntergang zu sehen, der leider hinter den Palmen verschwand.
Unser zweiter Tag in Palomino war sogar schon wieder ein bisschen anstrengend, weil wir eine ganze Stunde durch den Sand watschelten, um zu einer Flussmündung zu kommen, die wir von unserem Lieblingsrezeptionisten empfohlen bekommen hatten. Es war gar nicht so einfach, immer schräg zu laufen, einzusinken und dann waren da manchmal auch noch Steine! Aber am Fluss angekommen konnten wir uns ja schön abkühlen, obwohl das Wasser gar nicht so kalt war, sondern ziemlich angenehm. Dann lagen wir den Mittag über im Sand, haben gelesen, eine Kokosnuss getrunken, unsere Sonnenblumenkerne mit den Kindern geteilt und hatten supersüßen Hundebesuch von der kleinen Leila😍
Es waren auch echt nicht viele Leute an diesem idyllischen Plätzchen und der Weg über den Strand war beim Zurücklaufen auch richtig schön in Szene gesetzt durch die tiefstehende Sonne und die vielen Palmen.
Nach der Dusche oder der Pooldusche wollten wir uns noch nicht auf den Weg zum Essen machen, deswegen saßen wir unter den Palmen auf ein paar Yoga-Matten und hatten ein bisschrn Spaß beim Blogeintragfertigschreiben. Aber so langsam schlich sich der Hunger in den Magen und wir wollten noch ein bisschen die Straße hoch und runter laufen. Gesagt, getan. Da waren wir also am Schlendern und die Lilly erblickte einen superschönen, künstlerischen Handmade-Laden für Strickoberteile (diese superhippen croptops). Es waren eher ein paar Holzpfeiler, an denen die schmucken Stücke hingen anstatt ein richtiger Laden, aber das macht das Reingehen ja umso leichter ;). Wir wurden natürlich auch gleich angesprochen, aber ich traute mich nicht, wirklich was anzuziehen, also gingen wir bald schon wieder weiter. Auf dem weiteren Weg wurde dann aber natürlich über die Tops und die Farben geredet und, nachdem wir sogar „free shots“ abgelehnt hatten, mussten wir dann doch umdrehen und ich musste mindesten ein croptop anprobieren (hatte Sarah so festgelegt). Es wurden dann sogar 3 anprobierte Oberteile und die Wahl war tatsächlich gar nicht so leicht, aber ich darf euch verkünden, dass ich nun glückliche Besitzerin eines handgemachten Strick-Bikini-Croptop-Oberteils bin!
Happy 😊
Die Modelkarriere kann kommen!
Anstatt dann also zu früh beim Essen zu sein, waren wir also zur Hauptzeit im beliebtesten Pizza-Restaurants der Straße (oder von ganz Palomino), sodass kein Platz mehr frei waren und wir mit gefühlt 20 weiteren Touris auf einen Tisch warteten. Halb so schlimm, weil wir noch einen Hocker an der Bar ergatterten, wo wir fröhlich eine Cola schlürften. Letztendlich gab es natürlich noch einen freien Tisch für uns, eine zweite Cola und superleckere, im Steinofen gebackene Pizzen. Da kann man doch einfach nicht mehr verlangen!
Samstagsmorgends (ja, okay erst um 12) ging es dann mit dem Bus schon wieder ins schöne (hust) Barranquilla, von wo aus Sarah am Sonntag nach Hause fliegen würde. Unser Hostel war zwar ziemlich leer, aber sehr schön gemacht und für 1€ Zuschlag pro Person gönnten wir uns das klimatisierte Zimmer, yuhuu! Wir machten dann erstmal ein schönes Chaos im Zimmer, nutzten ein drittes Bett als „Mülleimer“ und mussten alles nochmal besser packen, was immer Einiges an kraft kostet. Der letzte Abend wurde dann noch mit einem leckeren Abendessen bei Crepes&Waffles gefeiert, wobei wir uns natürlich Crepes & Waffeln gönnten!
Immer diese superleckeren, die-lassen-einem-das-Wasser-im-Mund-zusammenlaufen-en Bilder!! 😍
Außerdem kann man in den Restaurants dieser bekannten Kette immer supergut Leute beobachten, also z.B. eine feiernde Gruppe Frauen jeden Alters, die ganz viele Bilder machen, Kinder, die ihr Eis wie einen Schatz in den Händen halten oder einfach Familien… So hatten wir immer was zu Reden und zu Schmunzeln.
Weniger witzig war, dass wir danach noch einkaufen gehen „wollten“. Das war so anstrengend, dass wir ein Taxi zurück ins Hostel nahmen, bei dessen Fahrer wir ein bisschen Angst hatten, dass er entweder einschläft oder gar noch stirbt! Naja, wir sind dann doch gut angekommen und sind sofort ins Bett gefallen. Nachts haben wir dann noch Mitbewohner bekommen, denen die zwei Plastikverpackungen auf dem Bett wohl nichts ausgemacht haben (upsi… das Müllbett…).
Der nächste Morgen begann mit lecker selbstgemachten Porridge mit Früchten und die restliche Zeit bis zu Saris Flug verbrachten wir in einem Park, in dem es seeehr viele Tauben gab! Natürlich wurden die auch gefüttert… aber dann hatten wir wenigstens etwas zum Zuschauen. Wir haben sogar Tiere gesehen, die wir nichtmal im Dschungel erblickt haben!
Im günstigsten Taxi das wir je hatten ging es dann zum Flughafen und mit einer kurzen Umarmung und ein paar Abschiedsworten war Sari auch schon weg… 😦
Das Taxi brachte mich dann gleich weiter zum Busbahnhof und von dort ging es weiter nach Cartagena. Obwohl ich hier schon mal mit Jan’s Familie war, hab ich noch ein paar schöne Fotos gemacht, aber eigentlich bin ich hier für die Weiterreise nach Panamá! Und zwar auf dem Segelboot Vanett über die San Blas Inseln😍🌴
Am 20.02.2020 um 6:30 wurde ich von meiner lieben Frühaufsteherschwester aus dem Hostelbett geschmissen (wobei ich anmerken will, dass ich auch schon wach war, aber ich hatte nicht vor, vor dem Wecker aufzustehen). Wir wurden um 8 Uhr beim Hostel abgeholt und mussten noch Zähne putzen, umziehen, fertig packen und frühstücken… das schafft man ja locker in einer Stunde!
Wie sich herausstellte war das Frühstück (leckere Früchte und Erdnussbutterbrötchen) zeitintensiver als gedacht und die Abholung früher als von Kolumbianern erwartet. Das Zähneputzen musste vorerst ins Wasser fallen, die Taschen im Van fertig gepackt und auch die Schuhe mussten wir unter widrigen Bedingungen anziehen (wenig platz, holprige Straßen und kolumbianischer Fahrstil).
In der Agentur haben wir dann unsere zehntausend Taschen deponiert, haben schonmal mit ein paar Leuten Bekanntschaft gemacht und haben gewartet. Unser Guide kam dann aber recht schnell und alle waren fertig für die zweistündige Jeepfahrt.
Angekommen im Dörfchen ‚El Mamey‘ mitten in den Bergen des Parque Nacional Sierra Nevada gab es erstmal ein riesiges Mittagessen nach dieser anstrengenden, sehr holprigen und abenteuerlichen ersten Etappe des Treks und eine kleine Übersicht, wie der Trip aussieht und was wir wann und wie alles laufen müssen.
Verbesserte Karte des Lost City-Treks
Also ging es danach um die Mittagszeit hochmotiviert auf die erste Strecke zum Camp 1, wo wir die erste Nacht verbringen würden. Der Weg führte uns erstmal ein ganzes Stück hoch (ungefähr eine Stunde…) durch die ungnädige Sonne und nachdem wir versucht hatten, den Anderen hinterherzuhetzen (ja, es war ein ganz schönes Tempo, die lieben Belgier und Miami’s Feuerwehr sind quasi hochgerannt… da hat uns sogar unsere Guide in den ersten 30 Minuten schon verloren), versuchten wir dann doch tatsächlich in unserem eigenen Tempo zu laufen, was schon viel besser klappte und so konnten wir das Ganze dann auch genießen. Außerdem mussten wir sowieso bei den Pausen (,die noch alle 10 Minuten gemacht wurden,) alle auf Maria warten, die ihren ersten Trek langsam anging.
Nach einem Wassermelonen-Snack, schönen Aussichten, dicken Hummeln, vielem Staub und genauso vielen steilen Aufstiegen hatten wir dann aber doch den höchsten Punkt des Tages erreicht und Ariel (unser Guide) hat uns eine kleine Einführung in die Geschichte des Sierra Nevada gegeben, die er hautnah miterlebt hat. Da die Meisten kein spanisch sprechen konnten, war auch noch unser Übersetzer Bayron dabei, der dann auch Fragen beantworten konnte. Nach dem höchsten Punkt liefen wir dann nur noch bergrunter bzw. war es am Anfang ziemlich flach. Und im Ganzen sind wir an dem ersten Tag auch nur 3 Stunden gewandert, also war es ein ziemlich guter Einstieg.
Höchster Punkt
Im Camp Adán angekommen waren wir trotzdem verschwitzt und müde, sodass das Baden im natürlichen Pool (also im Fluss) sehr gut getan hat. Da sprang ich voller Freude die paar Meter vom Felsen ins Wasser, während Sarah ein paar Anfeuerungsrufe brauchte. Aber gesprungen ist sie trotzdem und genossen haben das kalte Wasser auch alle! Dann gab es eigentlich nur noch eine große Portion Abendessen und wir sind um 7, rechtzeitig für Sarah, ins Bett gegangen, während andere Gruppen noch Karten gespielt und Aguardiente (Schnaps) getrunken haben.
Der nächste Tag begann um 5 Uhr mit allgemeinem Weckerklingeln, Rumgemurmel und schlurfenden Schritten ins Bad. Um 6 mussten nämlich alle schon wieder loslaufen, um nicht in der „Mittagshitze“ zu laufen… es war immer heiß und es war immer feucht. Bei diesem Wetter wanderte unsere Gruppe dann in den Dschungel hinein, wir kamen an einem Coca-Baum vorbei, den alle bestaunten und, weil es nur leicht hoch und runter ging, blieb die Gruppe auch ganz gut zusammen. Es war aber kein sehr entspanntes Laufen, also waren wir alle bei der nächsten Pause schon wieder nass und Yami hat die 3 Liter, die sie bis dahin getrunken hatte, schon wieder rausgetropft.
Hühnerfamilie im Dschungel
Wir zwei und Maria gaben unser Bestes, um mitzuhalten, aber das letzte Stück bis zum höchsten Punkt des Morgens war doch zu steil für uns und so waren wir etwas hinter den Anderen, als uns eine andere Gruppe überholte. Als wir dann nett und höflich „Hola“ sagten, fragte uns Eine, ob die Frau, die noch hinter uns kam, denn auch unsere Mutter war. Damit meinte sie wohl Maria, die sich auch hochkämpfte und sowas wie die Mama in der Gruppe war, aber doch nicht von uns! Da mussten wir dann doch ein bisschen schmunzeln.
Oben angekommen war es ganz schön trubelig, verschiedene Gruppen kamen und gingen, wir haben Wassermelone gegessen und als es weiterging, hatten wir drei neue Gruppenmitglieder, die eine kranke Person und ihren Guide zurückgelassen hatten. Dann brauchte unsere Gruppe noch einen Namen, weil bei den Pausen und in den Camps immer mehrere Gruppen waren, die irgendwie gerufen und gesammelt werden mussten. Nach längerem Schweigen aufgrund von Ideenlosigkeit war der einzige Vorschlag von Yami dann „diamantes“, der von allen angenommen und beklatscht wurde. Tatsächlich habe ich dabei „llamantes“ (ll sprich j) verstanden und dachte, es sei ja ein sehr passender Name, weil es ‚die Gerufenen‘ heißt und das wäre ja sehr kreativ im Anbetracht dessen, dass wir einen Rufnamen für unsere Gruppe suchen.
Dann ging es, wer hätte es gedacht, wieder bergab. Die drei Ersatzdiamanten entpuppten sich auch als Rennmäuse, da entschieden wir, dass wir da kein bock darauf hatten und machten unser eigenes Ding. Wir wanderten also zu zweit durch den Dschungel, unterhielten uns angeregt und schossen viele Fotos. Nach einer Weile überholte uns Jean-Baptiste, der französische Restaurantbesitzer, der alles fürs Reisen aufgegeben und verkauft hat und fragte, ob wir nicht auf Maria warten sollten und rannte dann weiter. Ein komischer Kautz. Letzendlich haben wir auch nicht gewartet (sehr nett), wurden aber etwas später von ihr eingeholt. Sind halt einfach ein paar Trödeltanten.
Nach der nächsten Pause lief Bayron voraus und bremste die ganze Gruppe, sodass wir eine ganze Weile als gesamte Gruppe zusammen gelaufen sind. Es ging immer weiter runter, obwohl wir unser Tageshöhenmeterziel noch nicht erreicht hatten. Unten angekommen gab es ein Camp, das Massagen anbot. Da hatten unsere Guides einiges zu tun, um uns als gesamte Gruppe daran vorbei zu lotsen, weil wir alle für drei Stunden Massage bereit gewesen wären. Aber letztendlich war es danach nur noch leichtes Hoch und Runter und bald war das nächste Highlight erreicht.
Pueblito Kogui
Wir kamen an einem kleinen Dorf vorbei, in dem ein indigener Stamm namens Kogui lebt. Die Frauen haben bei den Indigenen eine höhere Rolle als die Männer. Sie haben das stärkere Geschlecht, sind verbunden mit der Erde, deshalb laufen sie barfuß, sind befugt zu ernten, waschen im Fluss, kümmern sich um den Haushalt und die Kinder. Die Häuser sind kreisförmig gebaut und stellen die Sonne dar, das Strohdach hat zwei Antennen zur Verbindung zur Sonne. Die eine Antenne soll das Gute ins Haus hineinlassen und die andere soll das Schlechte hinaustransportieren. Die Indigenen wollen aber eher keinen Kontakt zu den Touris, manche sagen noch nett hallo, aber die Meisten sind eher schüchtern und zurückhaltend.
Deswegen waren wir auch nur für eine kleine Info beim Dorf und sind dann relativ schnell schon im zweiten Camp angelangt. Es hat sich angefühlt, als wären wir schon den ganzen Tag gelaufen, dabei fehlte noch das schlimmste Stück… Es gab aber erstmal eind gemeinsame Abkühlung im Fluss mit Gruppenbild und bei der starken Sonne haben wir auch alle ein bisschen Röte dazugewonnen. Das Mittagessen war mal wieder deftig und danach wurden verzweifelt Hängematten gejagt, was für Einige (z.B. Sarah und mich) dann doch wieder mit einem Nickerchen auf der harten Bank endete.
Um Punkt 13 Uhr ging es weiter zum Camp 3, wobei die erste Hürde eine Flussüberquerung war. Dank einer breiten Hängebrücke, die den Umständen entsprechend sogar sehr modern war, kann man eigentlich nicht von einer Hürde sprechen, aber der Weg dorthin war schon ein so langes Auf und Ab, dass man es doch so bezeichnen kann. Nach diesen 20 Minuten musste Sarah sogar schon veratztet werden, weil sie ihre Blasen als nicht so schlimm eingeschätzt hatte wie sich dann herausstellten. Zum Glück war Arzt Alec anwesend und Guide Ariel beobachtete das Ganze aus sicherer Entfernung.
Mehr oder weniger gut versorgt ging es dann also an den einstündigen Aufstieg. Ja, einstündiger AUFstieg… muss ich dazu noch viel schreiben?
Es war anstrengend, um nicht zu sagen die Hölle. Wir krochen Stück für Stück hoch, die Rennhasen der Gruppe waren wahrscheinlich nach 10 Minuten schon am ersten Pausenplatz, und nach jedem geschafften Berg kam der nächste. Nach geschlagenen 40 Minuten erreichten wir das sonnige Plateau, auf dem die Anderen warteten und mussten uns erstmal hinsetzen, während der Rest sich schon wieder zum Weiterlaufen bereit machte. Also ging es vermischt mit 3 anderen Gruppen weiter und steiler bergauf, aber diesmal mit der Hoffnung, dass es bald vorbei sei. Tatsächlich wurde es dann relativ schnell auch wieder flach, man konnte die Natur um sich herum wieder ein bisschen besser wahrnehmen und sogar Fotos machen.
Auf dem Tagesgipfel von 1000 Höhenmetern gab es dann zum Glück eine Erfrischung in Form von Ananas und Orangen (, die Sarah vermehrt auf den Boden schmiss – hat wohl nicht so geschmeckt). Dann haben wir drei Mädels (mit Iza aus Holland) noch ein angeregtes Gespräch mit dem Guide einer 3-Tagestour geredet, der ziemlich witzig und seeeehr cool war. Er musste dann aber schnell los, weil sie ja eher Stress hatten als wir. Für uns ging es dann ein paar Minuten später aber auch wieder bergrunter, wobei Sarah und ich mit Abstand die ersten hinter Bayron, unserem Übersetzer waren… wir sind halt einfach schnell genug losgelaufen, aber schon bald hatten die Belgier und ihr Schlepptau uns wieder eingeholt und wir wurden den Weg vorangetrieben von den Laufgeräuschen der anderen.
Irgendwann war es uns genug und als Trinkpause getarnt haben wir die Schnellen vorgelassen, um dieses Hoch und Runtergelaufe langsamer und entspannter anzugehen. Wir sind dann mit Yami ein Stück hinter den anderen gelaufen und konnten die Umgebung ein bisschen beobachten und Fotos machen. Dabei muss man aber trotzdem ein bisschen auf den Boden achten, sonst kommt es zu kleineren Fliegeversuchen!
Als die Anderen an einem Camp auf uns warteten, hatten wir schon die Hoffnung, der Tag wäre geschafft, aber es war nur eine kurze Verschnauf-und Oreopause vor den letzten 30 Minuten. Diese führten über eine Hängebrücke, die so sicher war, dass nur 3 Menschen gleichzeitig und keine Mulis drüberdurften, aber eigentlich war es die modernste Brücke, die wir auf dem ganzen Trek gesehen haben… Am Abgrund zum Fluss entlang ging es dann nochmal richtig hoch und zwar so steil, dass sogar unsere starken Feuerwehrmädels langsam machen mussten! Es war ein Mix aus superhohen Stufen und Lehmhänge, die man sich hochstemmen musste und das am Ende eines so anstrengenden Tages! Da waren wir heilfroh als wir oben waren und es dann runter direkt ins Camp ging.
Der Abend ist dann nach einem Kneippbad im Fluss mit heißer Schokolade und Popcorn ausgeklungen und natürlich gab es noch ein deftiges Abendessen (, das an Linsen aus dem Schwabenländle erinnerte). Im Bettchen gab es zum Glück schöne Kuscheldecken, dort oben war es nämlich ziemlich kalt. Dadurch fiel es am nächsten Morgen auch noch schwerer aufzustehen und Sarah musste mich tatsächlich aufwecken, weil ich es nicht wahrhaben wollte, dass der morgendliche Lärm von unserer Gruppe kommt.
Aber an diesem Tag konnten wir unsere großen Rucksäcke im Camp lassen, weil es morgends ja zur sagenumwobenen Lost City ging und wir zum Mittagessen wieder im gleichen Camp waren. Der Weg dorthin war sehr abenteuerlich. Erst führte der Weg an einem steilen Abhang entlang bis wir ein Stück weiter wieder den Fluss überqueren mussten. Entweder konnten wir über Steine springen oder an einem Seil durch den Fluss waten. Anschließend ging es 1200 Stufen hoch. Aber keine schönen Stufen, so wie wir sie kennen, sondern Steinstufen. Jede hatte ihre eigene Höhe, Breite und Länge und ihre eigene Maserung. Es war teilweise sogar ein Stufen Hochklettern, aber wir waren alle mächtig Stolz als wir oben angekommen waren. Sarah war unsere Optimistin, weil sie hypermotiviert und total glücklich am Eingang zur Lost City war. Währenddessen waren alle anderen eher geschafft und genervt und konnten den Yuhu-wir-haben-1200-Stufen-geschafft-und-sind-noch-nicht-oben-aber-total-stolz-Gedanken nicht so nachvollziehen.
In der Lost City sind wir als Gruppe gemeinsam verschiedene Stationen angelaufen und an jeder hat uns Ariel total spannende Geschichten und Fakten zur Historie erzählt. Vom höchsten Punkt konnte man mega schöne Bilder machen. Das hat unsere Gruppe auch direkt aussgenutzt und es wurde ein richtiges Fotoshooting veranstaltet mit wunderschönen, super cool und sehr akrobatischen Posen.
Ein Beispiel für ein wunderschönes Foto
Dort oben wurde für uns sogar ein kleines Buffet mit Früchten, Kuchen, Brownies, Bocadillo mit Käse, Nüssen und Kochbananchips aufgebaut. Das haben unsere Guides für uns die Treppen hochgetragen. Total lieb. Auf unserem Weg durch die Lost City sind uns sehr viele Soldaten begegnet, die darauf aufpassen, dass die Schätze, die dort noch vergraben sind auch dort bleiben. Eine ganz wichtige Frage von Yami war, ob die Soldaten jeden Tag dort hinauf laufen müssen, aber das müssen sie nicht. Sie haben eine Hütte in der sie eine Zeit lang wohnen.
Es ging dann noch durch ein paar weitere Abschnitte der „vergessenen Stadt“, obwohl uns ein Teil der Gruppe schon früher verlassen musste wegen gesundheitlichen Problemen. Ariel hat aber weiterhin Geschichten erzählt, Infos gegeben und sogar eine Kriegsbemalung war inklusive. Es gibt auch einen Stamm, der wieder dort oben wohnt und sie verkaufen Armbänder mit verschiedenen Bedeutungen. An dem Tag verkaufte der achtjährige Sohn des Stammführers und hatte seine 4- und 5-jährigen Geschwister dabei, die die Touristen neugierig beobachteten. Der Ältere lehnte bestimmt das Fotomachen ab, auch wenn er dafür Schokolade bekommen würde… sehr stark.
Nachdem wir auch durch das frühere „Wohnviertel“ gelaufen waren und Fragen stellen konnten (u.a. woher die Indigenen gemerkt haben, dass Gold wertvoll ist… okay), ging es nach ca. 3 Stunden wieder bergab. Und zwar die 1000 Jahre alten, ausgebesserten Stufen, die Ariel zwar in Crocs herunterhüpfte, was aber für uns trotzdem schwierig war.
Wenn Bilder besser sprechen als Worte…
Der Weg zurück tat aber auch gut, da es in den Ruinen hoch im Berg ziemlich kalt war und durch die Bewegung kam der Kreislauf wieder in den Schwung. Natürlich ist man immer froh, wenn man in einem Camp ankommt und Pause machen, etwas essen und sitzen kann. Außerdem mussten wir ja nach den Kränkelnden schauen, die sich schon ein bisschen ausgeruht hatten, aber denen es immernoch nicht so gut ging.
Es gab doch dann tatsächlich Spaghetti zum Mittagessen, also keinen Reis, was fast schon zu viel Abwechslung war, aber Zwiebeln waren trotzdem reichlich enthalten, wie immer. Der Krankentransport bestand dann aus Mulis (Mischung aus Esel und Pferd), sogar Sari durfte reiten, weil es ihr nicht so gut ging (wie man es von Sarah im Urlaub kennt… Spoiler: Ihr geht es jetzt wieder supi bis auf den Sonnenbrand). Wir nahmen den gleichen Weg wie am Tag zuvor zum Camp 2 und, ja, es war wieder anstrengend! Diesmal eher für die Knie und Fußgelenke, weil es so viel runterging.
Da es der gleiche Weg zurück war, können wir euch gar nicht mehr so viel erzählen außer, dass wir den 3-Tagestourguide in gefühlt jedem Camp 100 Mal gesehen haben und er anscheinend auf Sarah stand und mit ihr ein Bier trinken gehen wollte in Santa Marta und, dass ich in Maria meine neue Laufpartnerin gefunden habe. Am vierten Tag ging es für uns dann nur von Camp 2 zu Camp 1, weil wir die 5-Tagestour gebucht hatten und so hatten wir den Rest des Tages frei, konnten den Pool genießen und 3 Deutschen aus einer anderen Gruppe bei ihren Vorlesestunden zuschauen. Die 3 waren sehr witzig und unsere Unterhaltung für den Tag. Unser Guide Ariel kam extra für uns am Abend wieder vom Endpunkt (, wo er unsere Gruppe hingeführt hatte) zurück ins Camp, um am nächsten Tag mit uns zu laufen. Er ließ sich abends aber ein paar Bier zu viel gefallen und versprach uns ungefähr 5 Mal, dass wir speziell für uns eine andere, viel tollere Strecke zurücknehmen werden. Das haben wir am nächsten Tag auch tatsächlich getan, nachdem wir Stunden auf Ariel gewartet haben und dann doch mit den anderen Deutschen gelaufen sind… den Special-Rückweg mit natürlichem Pool gab es zum Glück trotzdem und wir kamen am Ende entspannt und erfrischt im Dörfchen an im Gegensatz zu den 4-Tages-Wanderern.
Natürlich waren wir auch dort wieder froh, dass es vorbei ist und, dass wir es geschafft haben, aber im Ganzen betrachtet war es echt eine tolle Erfahrung mit interessanten Geschichten, tollen Guides, semileckerem Essen und einer ganz witzigen Gruppe.
Endlich ist es soweit!! Am 18.2. verspätet um 10 Minuten ist Sarah in Barranquilla gelandet und ich stand natürlich schon am Ausgang bereit, um sie zu empfangen, das Taxi organisiert und voller Vorfreude! Nachdem sie dann 36 Leute im Flugzeug vorgelassen hat, durch die provisorische Ankunftshalle gelaufen ist, am falschen Gepäckband stand und als eine der Letzten herausgekommen ist, gab es erstmal eine diiicke Umarmung! Danach war Sari von tiefstem Herzen erwärmt und musste ertsmal ihren Pulli ausziehen, den sie über Top und T-Shirt anhatte (inklusive Thermostrumpfhose und die zwei Jacken hingen auch schon unbenutzt am Rucksack). Ja, in Barranquilla ist es auch ziemlich heiß, so um die 30°C, aber unserem kleinen Fröstelchen wird doch erst richtig warm ab 36°…
Der Taxi-Fahrer war dann unter der Nummer doch nicht erreichbar, aber stand dann doch am Ausgangsbereich und hat mit leicht panischem Blick nach uns Ausschau gehalten (ich hatte eben auch noch nicht für die Hinfahrt bezahlt…). Im Hostel angekommen war erstmal Zähneputzen wichtig, aber wir haben uns auch schnell zum Frühstück aufgemacht, dass nur einen kurzen Weg zu Fuß entfernt war (, wenn man nicht erst in die falsche Richtug gelaufen wäre…). Die Französin, die ich am Vortag kennengelernt habe, war dann doch nicht mehr da und hat alleine gefrühstückt, weil wir wahrscheinlich zu lange gebraucht haben, aber so hatten wir wenigstens ganz viel Zeit für tiefsinnige Gespräche, Berichte von den vergangenen Monaten und philosophische Fragen. Das alles natürlich bei einem superlecker Frühstück mit kolumbianischen Kaffee!!
Und da fehlt noch Sarah’s leckerer French Toast mit Banane und (ein bisschen) Sahne
Weil Barranquilla nur ca. 3 touristische Aktionen anzubieten hat, haben wir uns für das Stadtzentrum entschieden, von dem aus man leicht zum tollen Karibikmuseum kommt! Der Hauptpark war dann aber eher ein Betonplatz und die Kathedrale war auch geschlossen. Weiter unten gab es aber noch einen schönen Wasserlauf mit kleinen Fontänen und wir haben die ersten Karnevalsvorbereitungen gesehen.
Im Einkaufszentrum war es dann doch noch am Angenehmsten dank der Klimaanlage und dem leckeren Smoothie-Saft! Dort haben wir mal wieder ein bisschen gelabert, sind geschlendert und einkaufen gegangen. Aber weil der Tag noch so lang war, haben wir uns doch noch für das Museum entschieden, weil es wirklich empfohlen wird. 15 Minuten später standen wir leider vor einer verschlossenen Tür, aber der nette Sicherheitsmann empfiehl uns ein anderes neues Museum nur einen Block entfernt. Unsere Lust an Museen war dann vergangen, aber wir wollten uns dahinter in den Hof setzen, wo wir überraschenderweise eine ganze Menge verkleidete Kinder und Jugendliche antrafen. Schon bald wurden wir von zwei kleinen Affen ausgefragt über Deutschland, unseren Familienstand und Zahnspangenbraketts (?). Ein Mann gab uns dann freundlichderweise auch Bescheid, dass es sogar eine Aufführung gibt (, nachdem die ganzen Affen verschwunden waren).
Es war total schön, die ganzen verschieden Gruppen von verschiedenem Alter tanzen zu sehen, mal mit Choreografie, mal als Affensauhaufen! 😀
Aber die Küstenkolumbianer haben das Tanzen wirklich im Blut und auch der Karneval wird total schön gefeiert, jeder macht sich total viel Mühe mit Kleid, Frisur, Schmuck und Schminke. Leider konnten oder wollten wir auch nicht länger in Barranquilla bleiben bis der richtige Karneval anfängt, aber wir hatten einen schönen, kleinen Eindruck von der Karnevalskultur.
Am nächsten Tag ging es dann nämlich schon weiter nach Santa Marta! Nach einem leckeren Früchte, Datsch-Brot und Erdnussbutter-Frühstück, wurden wir vom Busservice direkt am Hostel abgeholt. Ich habe sogar gefragt, wie lange wir brauchen werden, aber aus den angesagten 2 Stunden wurden später 4 und wir kamen erst nachmittags im Zentrum an, bezahlten den gebuchten Trek im Veranstalterbüro und brauchten erstmal was gutes zu Essen!
Danach ging es mit einem netten Taxi-Fahrer, der mir mehr über Karneval und die Tanztradition an der Küste erzählt hat, ins Dreamer Hostel. Dort mussten wir an einem großen Garagentor klingeln, wurden reingelassen und kamen zur Rezeption, an der ein singender Mitarbeiter saß. Die Zweite hat dann auch noch mitgesungen und bei der letzten Zeile haben wir dann auch noch miteingestimmt. Was eine Begrüßung!
Der Rezeptionist war aber sehr süß, hat gleich losgeplappert, uns alles erklärt und unser großes 10er-Zimmer gezeigt, in dem wir nur zu 4rt schlafen. Unsere Motivation ließ zu wünschen übrig, aber wir schafften es tatsächlich einkaufen zu gehen, umzupacken und ließen dafür den Abendporridge ausfallen. Der Tag endete dann in der Hängematte, müde vom Busfahren und gespannt auf die nächsten Tage, in denen wir nicht-erreichbar im Dschungel den Trek der Vergessenen Stadt machen werden.
Wie man richtig in einer Hängematte liegt -by Sarah