Hier will ich mal nicht so viel schreiben, weil die Bilder sehr gut meinen Eintagestripp in die Wüste von Tatacoa beschreiben. Ich habe dort eine Nacht in einem „Hostel“ in der Wüste verbracht, das eine super nette Familie betrieben hat und den Tag hab ich mit einem anderen Deutschen (mit Jonas) verbracht.
Hoch hinaus und höher
Paramo-Trek Salento
Erinnert ihr euch noch an Floor? Sie war dabei in Medellín, in Guatapé und in Jardín haben wir uns auch getroffen. Tatsächlich waren wir jetzt auch zusammen in Salento, einem Städtchen in der Eje cafetero (Kaffeeregion) von Quindio und sie hatte eine ganz besondere Idee.

Als ich Samstag morgends nach einer Nacht im Bus von Medellín aus angekommen bin, war Floor noch gar nicht wach und ich habe erstmal ein fruchtiges Frühstück bekommen. An dem Tag haben wir dann auch noch eine Kaffeetour gemacht, weil das nicht allzu anstrengend, aber trotzdem interessant ist. Beim Ernten haben wir beide tatsächlich eine rote Beere gefunden (warum auch immer wir außerhalb der Erntezeit ernten sollten…) und beim Kaffeeverkosten hat Floor sogar den Schokoladenhauch geschmeckt.
Danach sind wir mit dem Jeep nach Salento reingefahren, weil wir ja noch etwas planen mussten. Und zwar hatte Floor am Tag zuvor schon ein paar Touranbieter abgeklappert und nch einem guten 3-Tages-Trek gesucht. Bei Gustavo von Salento Hikers haben wir auch das Passende gefunden und ich oder wir haben uns spontan für den Paramo-Trek am Sonntag (also den nächsten Tag) entschieden. Gustavo war mega nett, hat uns alles erklärt, gezeigt, Fragen beantwortet, Empanadas, Kaffee und Wasser ausgegeben und alles Nötige ausgeliehen.
Also mussten wir „schnell“ wieder ins Hostel, kochen, umpacken, Pläne für danach klären, duschen und den Wecker auf 5 Uhr stellen… damit wir dann am nächsten Morgen fit und bereit um 6:30 den ersten Jeep Richtung Valle de Cocora nehmen konnten. Unser Guide hieß Juan Manuel und Emmy aus New York war auch mit dabei.
Am ersten Tag sind wir dann also gegen 7:30 von der Valle de Cocora (bekanntes Palmental mit den höchsten Palmen) aus gestartet und sind durch die morgendliche frische Luft Richtung Bosque de Niebla (Nebelwald) gewandert, wobei wir noch Begleitung von anderen Touris hatten, die die längere Cocora-Route genommen haben. Es ging über Wiesen, vorbei an singenden Vögeln, durch Wald, über Pfade, Steine und Hängebrücken. Im Acaime Casa de los Colibries gab es dann Müsli und Früchte zum Frühstück, das Juan für uns getragen hatte.
Ab dort ging es dann immer steiler bergauf, durch den Nebelwald mkt ganz vielen Palmn, helecho (Farn) und Moos. Zum Glück konnten wir aber im Schatten der Bäume laufen und, wenn es steil bergauf ging, hat Juan auch langsamer gemacht. Eine längere Pause gabs dann bei Estrella de Agua, dort ist ein Zentrum zur Überwachung und Instandhaltung der Ökosysteme im Nationalpark, wo wir glücklicherweise die Toilette benutzen und unsere Flaschen auffüllen konnten. Als wir gerade unsere Snacks (, die wir für jeden Tag gestellt bekommen haben,) vernascht haben, wurde Floor in Florecita (spanisch für Blümchen) umbenannt und wir haben ein bisschen rumgewitzelt mit unseren Namen. Dann kam auch noch ein Pärchen mit Guide, das so ziemlich denselben Trek gemacht hat und das wir immer wieder gesehen haben.

Der Weg wurde danach ziemlich steil und schmal, sodass es manchmal wie eine Schlammtreppe war, dann musste man fast klettern oder sich einen Umweg um den zu nassen Schlammsumpf suchen. Emmy hat sich dadurch aber nicht bremsen lassen und ist in ihrem ziemlich schnellen Tempo vorgegangen, während es mir und Floor schwerer gefallen ist. Zum Glück haben wir dann bald schon wieder Pause gemacht, um ein leckeres Wrap-Mittagessen zu verspeisen. Nach einem weiteren Kletter-/ Treppen-/ Schlamm-Abschnitt hat sich der Nebelwald dann plötzlich geöffnet und wir waren endlich beim Paramo angelangt. So eine Landschaft habe ich noch nie gesehen. Fast wie in einer Wüste gibt es kaum Pflanzen, nur die Frailejones (wie eine Mischung aus Kaktus und Palme). Es ist aber alles mit fahlem Gras bewachsen, Hügel und Berge so weit das Auge reicht. Und mittendrin nur wir 4 – Richtung Unterkunft wandernd.
An dem Tag sind wir aber noch ziemlich lange gewandert; die Beine wurden immer schwerer, der Abstand zwischen Juan/Emmy und Florecita/mir immer größer und der Wind immer stärker. Deswegen waren wir umso glücklicher, als wir an der Finca La Playa angekommen sind (, nachdem wir schon an einer anderen Finca vorbeigelaufen sind…). Die Finca bestand eigentlich nur aus einem kleinen Bretterhaus und es gab ein kleines Zimmer mit Stockbetten für die Reisenden. Der einzige wirklich warme Ort ist dort oben immer die Küche, in der Feuer brennt, über dem auch lecker gekocht wird. Es gab natürlich Reis, Bohnen und Ei, aber das macht ja auch gut satt und wir hatten dann noch ein bisschen Kraft, das traurige Fußballspiel gegen Ecuador anzuschauen.

Am nächsten Morgen sind wir dann leider verfroren aufgewacht (trotz 5 Decken) und es gab ein Reis-Ei-Frühstück. Wenigstens konnten wir uns so am Feuer ein bisschen aufwärmen und dann ging es auch schon Richtung Paramillo de Quindío. Das waren 3 Stunden seichtes (manchmal auch steiles) auf und ab über Kuhwiesen und durch die karge Landschaft des Paramo. Der Paramillo war vor 100 Jahren noch ein Gletscher, was man heute auch noch ziemlich gut sehen kann. Als wir über die Gletscherzunge gelaufen sind, hat Juan dann irgendwann seinen Rucksack unter einen Baum gelegt und meinte, wir können unsere Sachen auch dort lassen, weil wir nur auf die Bergspitze und dann wieder zurückgehen würden. Gesagt, getan. Wir hatten dann nur noch unsere Wasserflaschen, Handys und Snacks in den Taschen. Schlauerweise hab ich auch meine Fließjacke ausgezogen, weil die nur schwer und heiß ist – hat ja die Sonne geschienen und gegen den Wind hatte ich meine Regenjacke…
Also ging es bergauf, bergauf und bergauf. Die Pfade waren eigentlich nur Geröll und Staub und es wurde tatsächlich immer steiler, nach jeder Kurve oder Anhöhe ging es noch ein ganzes Stück weiter. Juan und Emmy hatten schnell schon ein großes Stück Vorsprung, aber Floor und ich sind weiter in unserem Schneckentempo den Berg hochgekrochen. Das Anstrengende war nicht nur der steile Pfad, sondern einfach die Luft in der Höhe. Da hat man das Gefühl, man würde keine Luft bekommen und gleichzeitig zu viel; man atmet also kurz ein und umso länger aus. Und als es dann so richtig hoch ging, musste ich nach jedem fünften Schritt anhalten, um wieder richtig atmen zu können! Der Aufstieg war echt die Hölle und oben hab ich mich erstmal hingelegt, aber die Aussicht war natürlich auch toll! Auf der einen Seite grüne Berge, gegenüber die Paramo-Landschaft, der ehemalige Gletscher von oben, Felsen in verschiedenen Farben und keine Menschenseele weit und breit.
Als der Wind dann ziemlich stark und uns ziemlich kalt wurde (ohne Fließjacke…), fragte uns Juan, ob wir noch auf den nächsten Gipfel wollten (nur 20 Minuten) und die Aussicht von dort auf die andere Seite sehen wollten. Ich lehnte ziemlich schnell ab und war dankbar, dass die anderen es auch nicht unbedingt brauchten, sonst hätte ich natürlich mit hochlaufen müssen… Also haben wir alle die kurze Zeit auf dem Paramillo mehr oder weniger genossen und es ging endlich wieder bergab! Danach konnte ich so eine Art Glücksgefühl verspüren, weil der schlimmste Teil geschafft war, wir auf einem 4800 Meter hohem Gipfel waren und es Richtung Mittagessen ging! Unten schnappten wir unsere Rucksäcke und am Rastplatz angekommen gab es lecker Quinoa mit Gemüse und Avocado (natürlich!). Danach gab es einen kleinen Mittagsschlaf, weil sogar Juan ziemlich fertig war.

Der Rest des Tages war dann ziemlich unspektakulär, weil wir nur noch 2,5h bis zur Finca gelaufen sind. Es ging meist nur runter oder leicht hoch, was aber trotzdem manchmal noch zu viel war, aber so sind Berge nun mal. Es ging vom einen Berg zum anderen, nach jeder Kurve kam ein neuer Berg und keine Fincas in Sicht. Florecita und ich vertrieben uns die Zeit mit Gesprächen über Pubertät, Schminke, Studium usw., aber wir waren umso glücklicher, als nach einem steilen Abstieg endlich ein kleines Häuschen zu sehen war. Wir wurden netterweise von einem kleinen Jungen und Hund begrüßt, wobei der Junge uns nur angeknurrt hat (nein, nicht der Hund) und ein Brüllduell mit Florecita veranstaltet hat. Unsere Reservierung war dann anscheinend auch noch storniert worden und auf einen anderen Tag verlegt, aber wir konnten zum Glück trotzdem dort schlafen und essen.

Die Finca ist echt toll gelegen und es ist auch nicht so kalt wie in La Playa, aber die Küche war trotzdem der wärmste Ort. Auch die Katze Panchas begrüßte uns dort und wurde natürlich von uns Mädels gestreichelt, wobei sie aber komische Bewegungen machte und sich komisch duckte, bis sie dann auf Emmys Schoß einschlief. Kurze Zeit später genossen wir dann ein lecker Abendessen mit dem französichen Pärchen, das auch in der Finca schlief. Es gab Suppe, Reis, Plátano und Ei mit Agua de Panela (heißes Wasser mit Rohzucker). Es ging dann aber auch schnell ins Bett, diesmal nur mit 3 Decken und es war kuschlig warm. In der Nacht hab ich ganz komisch geträumt und anscheinend ziemlich laut geredet, sodass Juan mich irgendwann gefragt hat, obs mir gut geht oder mir zu kalt ist (was ich sogar mitbekommen habe). Aber Emmy hat tatsächlich auch komische Geräusche gemacht in der Nacht, also war ich nicht die Einzige. 😀
Am letzten Morgen hab ich mich dann schon auf den Abstieg gefreut, der nur 5 Stunden Wanderung bedeutete und nach einem entspannten Frühstück (aus Suppe, Reis, Ei, Plátano und Crackern) ging es dann auch schon los. Der Weg bergab ist natürlich auch anstrengend für die Beine, aber es ging ab und zu auch hoch und wir machten immer wieder Pausen. In einer größeren Snackpause wollte Juan dann von seinem Blümchen (Florecita) wissen, was sie in ihrem Leben ändern wollen würde oder will und so hatten wir sogar ein bisschen philosophischen Tiefgang mit dabei. Meistens gingen jetzt Juan und Emmy vor, danach ich und Florecita – die Reihenfolge hat sich irgendwie über die Tage bewährt. Wir trafen immer wieder das französische Pärchen und im tropischen Wald angekommen sogar noch mehr Menschen, was ziemlich ungewöhnlich war. Mit Eukalyptus-Geruch in der Nase und den Palmen über den Köpfen ging es immer weiter runter, über einen Fluss, wieder hoch und wieder runter. Manchmal hörten sich die Bäume an wie alte, knorrende Türen, weil sie durch den Wind aneinanderrieben. Hier „unten“ waren auch immer mehr Vögel zu hören und schöne Blümchen zu sehen. Nach einer weiteren Snackpause war es dann nur noch eine Stunde und die ging auch noch ziemlich schnell herum. Dann gelangten wir wieder in die Valle de Cocora, diesmal in den touristischen Teil mit den höchsten Palmen und wurden von den ganzen Touristen und dem Trubel überrumpelt. Aber wir sind nicht zu dem bekannten Aussichtspunkt gegangen und haben ein Foto wie jeder Andere geschossen, sondern sind direkt zu den Jeeps Richtung Salento gelaufen.
In Salento angekommen gab es erstmal ein gutes Mittagessen und Gustavo kam auch noch dazu und hat uns ein bisschen ausgefragt. Aber leider ging es auch schon dem Ende zu und wir gingen zum Office, um unsere großen Rucksäcke zu holen, die wir dort deponiert hatten. Wir haben noch ein Feedback gegeben, Verbesserungsvorschläge und Emmy hat auf Juans komische Anspielungen hingewiesen, aber da musste Gustavo auch ein bisschen schmunzeln. Juan meinte 5 Minuten später dann noch, dass er Florecita vermissen wird und sie eine einzigartige Charaktere sei, aber auch das ließ sie eher an sich abprallen. Nach einem Kaffee und noch kleinen Gesprächen hieß es dann Danke sagen und Abschied nehmen, aber Gustavo meinte, wir könnten gerne wiederkommen.
So verließen Floor und ich dann das Büro und machten uns auf den Weg (natürlich bergauf!) zum Tralala-Hostel, wo wir unsere ganze Kleidung endlich wieder waschen konnten und sie Trockner-warm und duftend wiederbekamen… ein Traum!
Heaven N°2
Jardín
Jardín ist, wie der französische Name schon hinweist, eine Kolonialstadt in einem großen „Garten“. Es ist ein kleines Städtchen mitten in den grünen Bergen Kolumbiens! Umgeben von Kaffee-, Bananenplantagen und Dschungelwald liegen die vielen kleinen bunten Häuschen rund um den großen Platz mit einer schönen Kirche.

Es ist ein riichtig schöner Ort, weil er einfach sooo viel Charme und Natur hat. Auf dem Platz findet man schöne Restaurants mit bunten Tischen und Stühlen, alte Männer sitzen mit Cowboyhut auf dem Platz und unterhalten sich über die vielen Touris, es gibt Obstverkäufer, die auch leckere Säfte anbieten und die Tuktuks stehen an jeder Ecke bereit, um dich in gemütlichem Tempo herumzufahren.
Die Berge drumherum sind aber auch unglaublich toll! Es gibt super viele verschiedene Wanderungen, Wasserfälle, Höhlen, Kuhweiden, Plantagen und kleine Häuschen, in denen nette Menschen wohnen!!

Am Tag als ich im Ayahuasca Hostel 5 Min. von Jardín entfernt angekommen bin, war ich erstmal platt von 4 Stunden Busfahrt über Hubbelpisten und kurvige Berhstraßen. Außerdem waren Max und Floor (, mit denen ich schon in Guatape war) schon mit ein paar anderen aus dem Hostel wandern und so konnte ich in einer Hängematte entspannen, wobei ich sogar Gesellschaft von einer der süßen Hostelkatzen bekommen habe!! ❤

Am nächsten Tag bin ich mit den beiden aber zu einem beliebten Wasserfall gewandert, la Cueva del Esplendor. Der Typ aus dem Hostel meinte, es sei nach 30 Minuten mit dem Tuktuk rauf in die Berge nur noch eine halbe Stunde zu Fuß und man müsste dann 20.000 Eintritt zahlen, um von einem Guide weitere 15 Minuten zum Wasserfall geführt zu werden. Der Tuktukfahrer meinte, dann es wären anderthalb Stunden bis zum Wasserfall und letztendlich waren wir fast zwei Stunden unterwegs (so viel zu Zeitangaben von Südamerikanern…). Der Weg war zwar ziemlich breit, aber dafür ein ständiges Auf und Ab, nach jeder Kurve ein weiterer Berg und 80% in der Sonne, der man dort oben ziemlich nah ist!
Der Wasserfall war natürlich trotzdem wunderschön, nachdem man ein bisschen durch den Dschungel bis dorthin geklettert ist. Es ist ein ganz besonderes Naturprodukt, weil sich das Wasser über die Jahre einen Weg durch die Felsdecke gesucht hat und nun wie in eine Höhle fällt! Das Wasser ist trinkbar, total klar und eiskalt! Wir zwei Mädels sind natürlich trotzdem untergetaucht und haben uns danach wie neu gefühlt, Max hat sich hingegen geweigert (…ich sag ja nur… Womenpower).

Für den Weg zurück haben wir uns dann mit einem Kokoseis gestärkt, auf einen letzten Jeep gehofft, der nie kam und haben uns letztendlich die Zeit mit einer Diskussion über Abtreibung vertrieben (und natürlich mit Laufen).
Zum Glück waren abends noch Burritos vom Vortag da und man kann auch einen Powernap machen, wenn man zu müde ist (…Max‘ Methode). Dann hab ich sogar noch jemanden fürs Wandern am nächsten Tag finden können und wir sind alle glücklich und geschafft ins Bett gegangen.
Am nächsten Tag wollte ich nämlich den Wasserfall besuchen, den die Anderen an meinem Ankunftstag gesehen haben. Also bin ich mit einer anderen Deutschen (Linda, wie ich 5 Minuten, nachdem wir los sind, erfahren habe… Namen sind nicht so wichtig) ins Städtchen gefahren, wir haben wieder eine Frühstücksbowl gegessen und sind mit dem Tuktuk den Berg hochgefahren. Ausgestattet mit einer Website, die jeder für diese Wanderung benutzt, sind wir dann losgewandert und haben dem Weg dank der Beschreibung, den Bildern und Papa’s Orientierungslaufskreismeistergenen ziemlich gut finden können. Diesmal wussten wir, dass es ca. 2,5 Stunden dauern würde, es sehr eben ist und auch nicht so doll in der Sonne. Also alles in allem ein guter Wanderweg über Kuhweiden und Trampelpfade.
Am Haus angekommen, wo uns ein Guide weiterführen sollte, wurden wir erstmal durch einen Hundepapa und 3 kleine Puppies begrüßt!!

Nachdem wir ein paar Minuten mit den Hundis verbracht haben und niemanden ums Haus herum finden konnten, haben wir den Weg weitergenommen. Der aber führte eher weg vom Wasserfall und, als wir dann 5 verschiedene Wege ausprobiert haben, wieder umgedreht sind und der kleinste der drei Hundebabies uns überall hin gefolgt ist, ohne zu zeigen, wo es langgeht, haben wir beschlossen, zurück zum Haus zu gehen und bei einem Snack auf den Guide zu warten.
Der Guide kam natürlich nicht, aber dafür 3 Mädels, von denen zwei in unserem Hostel waren, in Begleitung eines alten Mannes, der meinte, wir sollten einfach ohne Guide und Bezahlung den Weg hoch nehmen, den Linda und ich vorher gar nicht gesehen haben… Also sind wir dann zu fünft eine Kuhweide hochgelaufen, in den Dschungel rein und durch eine Wurzel-Stein-Höhle dann zum Wasserfall gekommen. Der Kleinste ist uns wieder gefolgt und wir haben ihn sicherheitshalber ein paar Stücke getragen, damit er sich nicht selbst umbringt (gute Hundemamas!).
Der Weg war natürlich schon ziemlicj cool, aber am Wasserfall Chorro Blanco angekommen, waren wir alle beeindruckt und fleißig am Fotos machen. Der Wasserfall ist ziemlich hoch und fällt in ein kleines, aber ziemlich tiefes Becken, von dem der Fluss dann weiter nach unten geht. Er ist zwar mitten im Grünen, aber es gibt dadurch eine Lücke im Wald, sodass man voll im Sonnenlicht ist und eine tolle Aussicht hat!

Dort kann man einfach toll Baden (auch hier war es ziemlich kalt), dann entspannt in der Sonne liegen, Mittag essen, Fotos machen und den Tag genießen!
Auf dem Rückweg war der Hausbesitzer dann tatsächlich wieder da, also mussten wir die 5.000 Pesos doch noch bezahlen, aber konnten auch noch die Toilette benutzen und haben noch ein bisschen mit ihm geredet. Dann sind wir eine Weile bergab gelaufen, um auf der anderen Seite das Ganze wieder hochzulaufen und zur Jeephaltestelle zu kommen. Da war der Hinweg eigentlich schöner, aber so haben wir ganz viele Kaffeepflanzen gesehen und haben auch ein paar nette Leute nach dem Weg fragen können. Endlich ganz oben wieder angekommen, wurden wir von nervigen Mücken zerstochen und haben mit einer witzigen Frau gesprochen, auch wenn man sie kaum verstanden hat. Als der Jeep dann endlich kam (pünktlich 20 Minuten nach der angesagten Zeit), sind wir luxuriös auf den Bänken gesessen, zwei Kinder auf dem Dach und zwei Andere standen hinten auf einer Trittfläche. Hinten zu stehen ist eigentlich ziemlich cool, weil man alles sieht und frische Luft in Gesicht hat!
So ging auch der zweite (eigentlich dritte) Tag ziemlich schnell zu Ende. Ich war noch mit Floor und 6 anderen Niederländern essen, wobei sie höflicherweise kein englisch geredet haben (ok…) und den Abend haben wir bei einem Lagerfeuer ausklingen lassen.
Den leider letzten Tag hab ich in der Hängematte verbracht, hab meine Reisepläne zum gefühlt 1000sten Mal geändert (da ist jzt vllt sogar ein Segeltrip included) und hab mit Sari telefoniert❣ Dann ging es mal wieder im Bus nach Medellín, der dank Stau und Baustellen 6 Stunden statt 4 gebraucht hat…
Beim Aussteigen merkt man leider gleich den Unterschied zwischen Landluft und Stadtklima, aber ich war ja gefüllt mit schönen Naturerlebnissen und Freude auf die nächsten paar Tage, dass auch das stickige Hostelzimmer nichts mehr ausgemacht haben.
To be continued…
See-Urlaub
Guatapé
Dieses kleine Städtchen liegt zwei Stunden östlich von Medellín und wurde mir von einer Mitbewohnerin in Buenos Aires empfohlen. Die meisten Traveller machen nur einen Tagesausflug dorthin, aber ich habe in dem ersten Hostel in Medellín tatsächlich ein paar Leute gefunden, mit denen ich zusammen nach Guatapé gefahren bin. 🙂 Also sind wir alle zusammen zum Busbahnhof gefahren und sind 10 Minuten später im nächsten Bus gesessen. Die Busse sind ziemlich klein, mit vielleicht 30 Sitzen, aber sie fahren alle 20 Minuten und zwischendurch werden immer wieder Leute mitgenommen, die dann eben stehen müssen. Das sind schon eher solche Busse, wie man sie sich vorstellt in Südamerika; mit Maria-Bildchen am Fenster, quietschenden Bremsen und ein paar provisorischen Sitzen direkt am Eingang.

Aber als wir in unserem Hostel ankamen, wurden wir erstmal von einer wunderschönen Aussicht überwältigt, weil es ein bisschen höher und direkt am See liegt! Es war auch schön bepflanzt, hatte eine schöne Terasse und war direkt neben dem berühmten Berg El Peñol.
Da mussten wir direkt mal in den See springen und konnten so zum Glück das gute Wetter ausnutzen! Es war herrlich!!

Als wir dann abends zu El Peñol laufen wollten, um von oben den Sonnenuntergang zu sehen, haben wir erfahren, dass die Aussichtsplattform gesperrt ist, weil keine Steuern gezahlt wurden… Wir sind trotzdem hingelaufen und hatten eine ganz passable Aussicht vom Fuß des Berges, aber es war schon enttäuschend.

Aber das Gute ist ja, dass wir uns 700 Stufen gespart haben und der Sonnenuntergang war wegen den Wolken sowieso nicht zu sehen. Also haben wir uns entschieden am nächsten Tag eine 4-stündige Wanderung von Guatapé aus zu einem anderen Viewpoint zu machen. Das heißt, wir sind früh aufgestanden, hatten ein lecker Frühstück von Doña Leti, sind mit dem Bus ins Städtchen gefahren und sind losgelaufen. Zum Glück hatte Jan mapsme und ein bisschen Orientierungssinn! Als wir dann aus der Stadt rausgelaufen sind, hatten wir auf einmal Begleitung von drei Straßenhunden, die uns mutig vor Pferden, Kühen und anderen Hunden beschützt haben (was nicht immer so lustig war, wenn dich 3 Hunde vor 5 Bullen beschützen wollen, durch dessen Weide du gerade läufst…).
Nach einer halben Stunde durchs Dorf, über Wiesen und Trampelpfade ging es dann tatsächlich bergauf und wir (oder zumindest ich) kamen ziemlich außer Atem… die Pfade wurden aber immer steiler, enger, mit mehr Geröll und die Vegetation hat sich gefühlt auch alle halbe Stunde geändert. So sind wir zuerst durch eine kleine canyonartige Schlucht gelaufen und später waren wir von moosbewachsenen Hängen und Farnen umgeben.

Ich war ziemlich froh, als wir dann oben angekommen sind und es hat sich auch wirklich gelohnt! Wir hatten nämlich nicht nur eine tolle Sicht auf den ganzen See, sondern hatten ein Panorama mit den Bergen, dem See und dem schönen Felsen in der Mitte. Es war unglaublich dort oben zu stehen, den steinigen Weg hinter sich und so eine wunderschöne Landschaft vor sich!

Der Rückweg ging dann über einen normalen Kiesweg und an der Straße entlang, weil das anscheinend kürzer war (, aber weniger schön!). An der Straße suchten wir dann eine Mitfahrgelegenheit, aber niemand wollte wohl 4 Touris mitnehmen, die auch noch 2 Hunde dabei hatten (ja, wer aufgepasst hat – ein Hund ist uns irgendwann verloren gegangen).
Es war dann zwar gar nicht so weit bis nach Guatapé, aber wir waren alle geschafft und hungrig, sodass Max schon an der Hauptstraße sehnlichst jedem Barbecue-Restaurant nachgeschaut hat. Wir sind aber Jan gefolgt, der uns ins kleine Zentrum zur Kirche geführt hat, wo es ein kleines, supertolles veganes Restaurant gab, das ihm empfohlen wurde. Es war ein richtig cooler Laden mit bemalten Wänden, guter 90er-Musik und 3 witzigen Typen hinter dem Tresen. Wir hatten Salat, Falafel, Burger oder Wrap und konnten so viel Salsas nehmen, wie wir wollten (davon gab es auch eine ganze Auswahl)!

Danach waren wir alle satt und satisfied! So sehr, dass wir gemütlich zwei Tuctucs zum Hostel genommen haben.😊 Dort hatten wir noch ein bisschen Zeit am See, bevor Jan und Max dann gegangen sind.
Floor und ich haben den Abend noch am See und auf der Terasse verbracht, so wie den restlichen zweiten Tag eigentlich auch. An dem Tag haben wir uns auch eine witzige Mahlzeit aus Tomatenspaghetti mit Karottenrohkost und Patacones (frittierte Kochbananen) gekocht, aber es war echt lecker!
Ich musste dann leider wieder zurück nach Medellín, weil ich am Freitag ein Treffen mit Didi hatte, aber das ist eine andere Geschichte. Witzigerweise bin ich grade auf dem Weg nach Jardín, wo ich Floor und Max wiedertreffen werde.😊
Auf eine weitere Wanderung💪🥾 und noch andere Geschichten💫😄
Medellín
Mein Startpunkt für die Solo-Reise durch Kolumbien ist Medellín. Ich bin jetzt schon den zweiten Tag dort und hab einen ersten Eindruck bekommen. Vor allem, weil ich heute eine free walking tour gemacht und dabei Einiges erfahren habe.

Als Erstes sind mir die super netten Leute aufgefallen, z.B. der Taxifahrer vom Busbahnhof mit dem ich nett geschnackt habe, zwei Mädels, die mich eingeladen haben, mit ihnen zu essen, die Hostelrezeptionisten und der Tourguide! Sie sind auf jeden Fall total stolz auf ihre Stadt und ihre Region, dass sie sich so gut entwickelt haben. Aber vor allem sind sie mega offen und freundlich. Also es gibt natürlich solche und solche, aber als Tourist wird man wenigstens nicht ständig blöd angeschaut!
Die Geschichte von Medellín ist ganz schön krass, noch vor 30/40 Jahren hatten die Leute Angst, auf die Straßen zu gehen, mussten sich verstecken, weil mal wieder rumgeschossen wurde, aber heute merkt man davon nur noch wenig. Die meisten Leute sind immer gut drauf, reden nicht über Pablo Escobar oder die „Tragödie“ und verdrängen es einfach. Auf den Straßen habe ich mich auch nicht so unsicher gefühlt wie in Bogotá und es ist alles irgendwie ein bisschen heller.

In Downtown hingegen wird man von allen Seiten angesprochen, es wird alles mögliche angeboten und dabei gibt es nicht nur Läden auf jeder Seite, es werden auch Wägen mit Früchten, Säften, Snacks herumgeschoben und es stehen Stände mit allem möglichem herum. Da sollte man vielleicht schon auf seine Tasche aufpassen und mir ist das nach ner Weile auch genug, aber es gehört irgendwie auch dazu.
Medellín und Pablo Escobar sind auf jeden Fall nicht so, wie es in Netflix‘ „Narcos“ dargestellt wird. (Die Serie ist natürlich trotzdem nicht schlecht!) Aber ich bin noch gespannt auf eine Tour durch das ehemalig gefährlichste Viertel der Stadt (Comuna 13), wo ich bestimmt noch ein bisschen mehr erfahren werde.
































































